Geschrieben von Lars am 3 Oktober, 2016 – 00:17
Amoklagen
Wer sich mit Gewalt befasst, begegnet auch dem Begriff des Amoklaufs. Hierzulande sind bisher Schulen die Ziele von Amoktätern geworden.
Rolle der Polizei in Amoklagen
Die Polizeien in den Bundesländern sind auf solche außergewöhnlichen Gefährdungslagen vorbereitet:
Es bestehen Alarmpläne
Die Führungsstäbe haben Einsatzkonzepte “Amoklagen” entwickelt und weiterentwickelt
Die Streifenbeamten sind speziell geschult und eingewiesen
Die Spezialeinheiten sind auch für solche Situationen vorbereitet und ausgerüstet
Vorbereitungsstand der Schulen auf Amoklagen
Wie ist Ihre Einrichtung für solche Lagen personell, logistisch und mental vorbereitet?
Weiß ihr Personal, wie es sich im Ernstfall zu verhalten hat? Wer übernimmt Führungsverantwortung?
Steht fest, wer wen benachrichtigt?
Gibt es einen Krisenstab / ein Krisenteam? Wenn ja, welche Funktionen werden besetzt?
Welche Absprachen gibt es mit Polizei, Rettungsdienst, Feuerwehr, ggf. Ordnungsbehörden / Schulämtern? Ist die Frage nach Verbindungsleuten beantwortet?
Sind bestimmte Abläufe von der Alarmierung bis zur Pressekonferenz festgelegt?
Überlegungen zum Verhalten des Lehr- und Verwaltungspersonals in Amoklagen
Wir haben uns intensiv mit derartigen Sonderlagen befasst und bei der Vorbereitung auf das Thema “Amoklagen” nahezu alle erreichbaren öffentlichen Beiträge ausgewertet, wie Textbeiträge in Fachzeitschriften, Aufsätze und Interviews in Tageszeitungen und Wochenmagazinen, Dokumentationen und Kommentare in Massenmedien und Informationen von Schulen an Eltern (Elternbrief) mit Verhaltensanweisungen. Auch die Erfahrungen aus Fortbildungsveranstaltungen (Workshops, Seminare, Präsentationen), an denen wir teilgenommen haben, und aus unseren Praxistrainings mit Lehrerinnen und Lehrern sind eingeflossen. Aus diesem Material haben wir eine Zusammenstellung verfasst, die folgende Aspekte abdeckt:
Begriff „Amok“ (School-shooting)
Ziele des Amoktäters vs. Zielen von Schule und Polizei
Unterschied Amoklauf und Bedrohungslage und die praktischen Auswirkungen
Beginn der Tatausführung und Tat
taktische und praktische Verhaltensgrundsätze
Umgang mit Dilemmata, Wertekollision
Vorbereitung von Schulen / Hochschulen / Institutionen / Behörden / Firmen auf Amoksituationen in organisatorischer, baulicher und kommunikativer Hinsicht
Handlungsempfehlungen für zweckmäßiges Verhalten
Maßnahmen, praktische Experimente und Übungen
Die erstellte Präsentation ist Grundlage für eine ausführliche Diskussion insbesondere zur Vorbereitung auf Amoksituationen und Handlungsempfehlungen und sieht als Zielgruppe vor allem Schulen, Hochschulen, Behörden, Institutionen und Firmen vor.
Da die Themenbereiche “Täterpersönlichkeit”, “Auslöser für die Amoktat”, “Präventionsansätze” und zum Teil auch “organisatorische /bauliche Maßnahmen” sowie “Betreuungskonzepte für Krisensituationen” (Einsatz von Kriseninterventionsteams) von anderen Anbietern hinreichend abgedeckt werden, haben wir uns schwerpunktmäßig erfolgversprechenden Handlungsmustern im Ernstfall gewidmet.
Für das Thema “Amoklagen – wie gut sind Sie vorbereitet?” haben wir zwei Veranstaltungsarten für die Lehrerfortbildung vorgesehen
Zum Einen kann ein Praxisworkshop mit Impulsvortrag, Diskussion und Übungen, in denen im Klassenraum unterschiedliche Szenarien “durchgespielt”, ausgewertet und auf ihre Praxistauglichkeit bewertet werden, “gebucht” werden.
Zum Anderen bieten wir einen Vortrag von etwa 2 Stunden Dauer an.
Workshop für Lehrerinnen und Lehrer zum zweckmäßigen Verhalten in Amoksituationen
“Amoklagen – wie gut sind Sie vorbereitet?”
Inhalte und Programm des Workshops
Impulsvortrag: Grundkenntnisse über Amoklagen, Täterziele, polizeiliche Maßnahmen und schulische Vorbereitungsmöglichkeiten
Konzept „Kollektive Rettung vor individueller Rettung“
Führungsübernahme: Rollenwechsel vom Lehrer zum Krisenmanager
Entwicklung und Erprobung erfolgversprechender Handlungsmuster und Verhaltensalternativen in Klassenräumen im Rahmen von Praxisübungen
Abschlussdiskussion
Veranstaltungsrahmen einschließlich zeitlichem Ansatz (ca. 5 bis 6 Stunden), Ziele, Inhalte und Programm werden zwar mit dem Auftraggeber individuell vereinbart, im Folgenden finden Sie jedoch Anregungen für einen solchen Workshop.
>>> Download: Angebot für einen 1-Tages-Workshop “Amoklage – Vorbereitung auf den Ernstfall?
>>> Download: “Amok – Präventionsmöglichkeiten, Vorbereitungskonzepte und Verhalten im Ernstfall”
Hinweis:
In einigen Bundesländern sind wir von den Instituten für Qualitätssicherung (oder anderen zuständigen Stellen) für die Lehrerfortbildung für dieses Workshopprogramm akkreditiert, u. a. in Bayern, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen.
Vortrag: “Amokalarm – Zweckmäßig reagieren in der Klasse”
Sie wollen das Thema “Amoktat” aufgreifen, aber keinen mehrstündigen Workshop durchführen, sondern in eine Fachtagung oder einen Fortbildungstag einen Vortrag aufnehmen? Gerne, auch das ist möglich. Im Vortrag von ca. 2 Stunden Dauer werden folgende Themen behandelt:
Amokbegriff, Ziele des Amoktäters
Konzept “Kollektive Rettung vor individueller Rettung”
Rollenwechsel zur Führungsübernahme: “Von der Lehrkraft zum Krisenmanagement”
Grundsatz: “Run – hide – fight” (Flüchten – Verstecken – Kämpfen)
Verhaltensmöglichkeiten im Ernstfall in der Klasse (einschließlich Erfahrungen aus den Workshops mit Praxisübungen mit Lehrerkollegien)
Diskussion, Fragen und Antworten
Auf der Bildungsmesse/didacta 2011 in Stuttgart hat Heinz Kraft im Internationalen Congress Center Stuttgart (ICS) den Vortrag “Amoklage – Zweckmäßig verhalten in der Klasse” gehalten, über seine Erfahrungen mit Lehrerkollegien in den bisherigen Workshops berichtet, mit der Teilnehmergruppe diskutiert und ihre Fragen beantwortet . Zugleich machte er den Anwesenden Mut, auch in einer fast aussichtslos erscheinenden Amoklage nicht von vornherein zu resignieren, sondern sich im Vorfeld mit noch denkbaren Handlungsmöglichkeiten mental auseinanderzusetzen, die im Ernstfall Leben retten können.
Den gleichen Vortrag, geringfügig aktualisiert, hat er auf den Bildungsmessen/didacta 2012 in Hannover, 2013 und 2016 in Köln und 2014 in Stuttgart erneut präsentiert.
Die Inhalte sind in erweiterter Form als Fachbeitrag erschienen:
Heinz Kraft
„Amoklagen an Schulen – Was tun? Für den Ernstfall vorbereitet“
Fachzeitschrift „Sicherheitsbeauftragter“, Heft 7-8/2011, Seiten 26 bis 29
Erschienen in der Dr. Curt Haefner-Verlag GmbH, Heidelberg.
Inzwischen beim Verlag vergriffen; Einzelexemplare noch beim Autor erhältlich.
Im Folgenden können Sie einen allgemeiner gehaltenen Bericht über eine Präsentation zum Thema “Amok…” herunterladen:
>>> Interview mit Heinz Kraft, abgedruckt 6.12.2011 im Lokalkompass für den südl. Ennepe-Ruhr-Kreis
Aus Anlass des Amoklaufs am 26. April 2002 am Gutenberg Gymnasium in Erfurt veröffentlichte die Redakteurin Linda Matthey auf “www.evangelisch.de” ein Interview mit Heinz Kraft zum Thema “Amok” allgemein:
>>> Interview “Man muss versuchen, den Amokläufer zu irritieren”
Überlegungen zur Betreuung bei Amokalarm, auch bei Fehlalarm:
>>> “Bei Amokalarm auch Betreuung sicherstellen”
Fachliche Beratung für einen Fernsehbeitrag in der Reihe “Galileo” von Pro7:
“Was tun wenn…? Amok!”.
Die Dreharbeiten erfolgten am 13. und 14. April 2013 in Leverkusen-Opladen.
Hier der Pressebericht: “Was tun wenn…? Amok!”
Am 17. September wurde der Beitrag gesendet.
Hier der Kurzfilm: “Amoklauf – und was jetzt?” (Spieldauer: ca. 15 Minuten)
Umstritten ist, ob auch Schülerinnen und Schüler auf zweckmäßiges Verhalten bei Amokalarm vorbereitet werden sollen. Weitgehende Einigkeit besteht, dass “Vollübungen” mit Schülern an Schulen nicht durchgeführt werden sollen.
Dennoch sollten auch Schulklassen Grundkenntnisse über “lebensrettende Sofortmaßnahmen” bei Amokalarm vermittelt werden, etwa für Situationen, in denen keine Lehrkraft zugegen ist.
Derartige Einführungsveranstaltungen müssen einfühlsam und altersgerecht gestaltet sein und aktivierende Elemente enthalten. Die Erfahrungen aus einem Pilotprojekt wurden in einer Fachzeitschrift vorgestellt:
Heinz Kraft
„Amokalarm – Wenn das Unfassbare geschieht.
Lebensrettende Sofortmaßnahmen in der Klasse”
Fachzeitschrift „Sicherheitsbeauftragter“,
Erschienen Oktober 2014 in der Dr. Curt Haefner-Verlag GmbH, Heidelberg.